Aufwertung des Dorfkerns

Die Sichtweise der Gewerbler.

Sichtweise der Gewerbler

Gemeinsam dasselbe Ziel verfolgen

Seit längerem ist es ein Thema, unseren Dorfkern lebendig zu erhalten und ihn entsprechend zu gestalten. Bereits vor anderthalb Jahren, als zu einer Infoveranstaltung zur «Aufwertung des Dorfkerns» eingeladen wurde, diskutierten die Beteiligten über wirkungsvolle Verbesserungsmöglichkeiten. Auf den schleichenden Abbau von Wohn- und Lebensqualität wollte man sinnvoll reagieren. Auf Anregung von Goldschmied Dieter Müller wurde der Spielplatz «Pärkli» beim Schulhaus Ausserdorf wieder mit Spielgeräten ausgestattet. Ein Dankeschön an dieser Stelle für das Weiterleiten und die Verwirklichung dieses Vorschlages. Der Spielplatz wird wieder rege genutzt. Dass man gemeinsam viel erreichen kann, ist unbestritten. Es gelingt allerdings nur befriedigend, wenn alle dasselbe Ziel verfolgen. Lebensqualität ist uns OberwinterthurerInnen wichtig – vor allem den Dorfbewohnern und den Gewerbetreibenden.

«Wieder zwei Metzgereien weniger in Winterthur»

Dies eine Überschrift im Landboten vom 16. Oktober 2010. Dass die Metzgerei Baumann in Oberi und die Metzgerei Hahn in der Fussgängerzone der Altstadt ihre Türen definitiv schliessen mussten, mag verschiedene Gründe haben. Ein solcher Schritt ist jedoch immer ein unbestrittener Verlust für die Lebensqualität der Bewohner sowie für das Dorfbild.

Wir Gewerbetreibenden von Oberi bedauern sehr, dass für die Metzgerei Baumann kein Nachfolger gefunden werden konnte. Dies verdeutlicht, wie schwierig es in der heutigen Zeit ist, sich gegenüber der grossen Konkurrenz zu behaupten und seine Existenz zu sichern. Tatsächlich ist es erwiesen, dass bei vielen Oberwinterthurer Geschäften der Kundenanteil aus Oberi bei ca. 10% liegt. Die meiste Kundschaft stammt aus einem grösseren Einzugsgebiet. Jene Kundschaft ist auf ihr Auto angewiesen. Sie muss Parkplätze vorfinden und in Oberi als Kunde willkommen sein, ohne Hindernisfahrt bis zum jeweiligen Geschäft. Ansonsten wird sich auch diese Kundschaft anderweitig orientieren.

Tempozonen

Obwohl wir Gewerbetreibenden uns aus existenziellen Gründen für die problemlose Zufahrt zu den Geschäften einsetzen, begrüssen wir die Tempo 30-Zone und die verstärkten Radarkontrollen im Dorf, denn auch uns ist Lebensqualität und Sicherheit wichtig. Gut wäre es auch, gemeinsam über die Anbringung einer Leuchttafel mit Geschwindigkeitsanzeige zu diskutieren. Wir sind sicher, dass die offizielle Projektion der Geschwindigkeit jedem Autofahrer helfen würde, die Tempolimite einzuhalten.

Begegnungszone Oberi

Den drei Initianten der Begegnungszone Oberi steht es in keiner Weise zu, grossmütig zu beurteilen, was das hiesige Gewerbe an Kundenverlust verkraften kann. Dieses Desinteresse den hier Tätigen gegenüber akzeptieren wir nicht. Wir Gewerbetreibenden würden einen Dialog mit der Stadt und den Initianten begrüssen, um eine gute und für alle verträgliche Lösung zu finden. Leider sind wir bis jetzt noch zu keinem Gespräch betreffend Begegnungszone Oberi eingeladen worden.

Genauso wichtig sind unserer Meinung nach die Gespräche mit den Anwohnern. Ihre/unsere Kinder gehen im Dorf zur Schule. Ist die Sicherheit in der Begegnungszone für Schulkinder tatsächlich höher, wenn kein Fussgängerstreifen mehr zum Dorfschulhaus führt? In der Begegnungszone sind Fussgängerstreifen nämlich nicht mehr zugelassen! Wenn morgens, mittags und abends unsere übermütigen OberstufenschülerInnen in Horden mit ihren Velos und Töfflis durchs Dorf preschen, wird keine Rücksicht genommen. Kann wirklich auf den Fussgängerstreifen verzichtet werden?

Und die Anwohner?

Oder wie steht es um die Anwohner der Oberen und der Unteren Hohlgasse? Sind sie sich bewusst, dass man im Rahmen einer Begegnungszone bei ihnen eventuell fortan mit Tempo 20 durchfahren würde? Jetzt hingegen besteht ein Fahrverbot mit Zubringerdienst.

Der gemeinsame Dialog bleibt wichtig

Unserer Meinung nach existieren noch zu viele Fragen, die diskutiert werden müssen. Es ist weitaus besser, sie vorgängig zu klären, als erst bei der öffentlichen Ausschreibung Einsprache zu erheben. Der gemeinsame Dialog führt zu einem Oberi mit Wohnqualität – und nicht Alleingänge, die Anwohner und Gewerbetreibende vor Tatsachen stellen.

Oberwinterthurer Gewerbetreibende